Drechselschnecke (Acteon tornatilis)

EN: Pink-banded barrel snail NL: Gewone spoelhoorn DK: Stribet baggællesnegle
Kurzbeschreibung Seltene Raubschnecke mit schmaler Öffnung
Fundhäufigkeit 12 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Europa, Mittelmeer bis Norwegen, Wattenmeer und Kattegat Europäische Art, die vom Mittelmeer bis zum Norkap vorkommt und vor allem in der Nordsee gefunden wird. Im Wattenmeer nur einzelne Funde alter Schalen.
Status
heimisch
Klimaanspruch
kälteliebende Art Bevorzugt niedrige Temperaturen zwischen 7 und 11 °C und eine Salinität um 35 Promille.
Größe und Alter
Länge: max. 2,5 cm; Alter: 2 Jahre Normalerweise werden die Gehäuse zwischen 2 und 2,5 cm lang und 2 Jahre alt.
Aussehen
Spitze kegelförmig, Schale farbig, bis 2 cm Acteon tornatilis ist eine kleine, einfache Meeresschnecke mit einem glänzenden, dickwandigen, undurchsichtigen, ei- oder spindelförmigen Gehäuse, welches 2 – 3 cm lang werden kann. Das beige, rosafarbene bis hellbraune Gehäuse ist spiralig gedreht (wie eine enge Wendeltreppe) und zeigt auf der ersten Windung, die den Hauptteil der Gehäusegröße ausmacht, 1 – 3 weiße Bänder. Auch auf den übrigen Windungen kann eine einfache weiße Linie zu erkennen sein. Die hellen Bänder werden auf beiden Seiten von, mehr oder weniger deutlichen, dunkleren Linien begrenzt, die in Farbtönen von bräunlich über altrosa bis pink erscheinen können. Parallel zur eingesenkten Naht (Sutur), also dort wo zwei Windungen aufeinander stoßen, verlaufen dünne Rillen, manchmal sind auch noch haarfeine Querlinien zu erkennen. Charakteristisch für die Art ist ein kleiner Knubbel oder Zahn an der Columellaris (der Bereich des Mündungssaumes, der sich von der ersten Windung bis zum tiefsten Punkt der Mündung erstreckt). Die Höhe der Gehäuseöffnung (Mündung) beträgt zwei-drittel der Gesamtlänge des Hauses. Das lebende Tier kann sich komplett in sein Gehäuse zurückziehen und verschließt die Öffnung dann hinter sich mit einem kleinen, dreieckigen, transparenten, bräunlich-orangefarbenen „Deckelchen“ (Operculum). Der große, fleischige Körper der Schnecken ist creme-weiß, daraus gehen Kopf und ein schmaler Fuß, mit stummeligen Tentakeln, getrennt hervor. Am Kopf haben die Schnecken vier lappenartige Fortsätze und eine Schädelplatte.
Lebensweise
gräbt im Sand Auf der Suche nach Würmern graben sich die Schnecken durch den Boden, die lappenartigen Fortsätze am Kopf schützen sie dabei vor den kratzenden Sandkörnern.
Nahrung
Würmer Die Drechselschnecke ernährt sich von Würmern wie z.B. dem Bäumchenröhrenwurm (Lanice conchilega) oder dem Owenia-Wurm (Owenia fusiformis). Für die Jagd nach ihnen produzieren die Schnecken giftige Sekrete.
Feinde
Krabben, Vögel, Schnecken Möglicherweise werden die Schnecken von Krabben, Vögeln und anderen Schnecken gejagt.
Fortpflanzung
die Schnecken sind hermaphroditisch und verbringen einige Zeit als Larven im Plankton Die Laichzeit bei den Drechselschnecken kann von April oder Mai bis August reichen, erfährt aber einen Höhepunkt im Juli. Während dieser Zeit legen die Schnecken mehrere Laichballen (bis zu 7) die jeweils bis zu 60.000 Eier umfassen können, das Gelege einer einzelnen weiblichen Schnecke kann also bis zu ½ Million Eier umfassen. Nachdem die winzigen Schnecken-Larven geschlüpft sind, verbringen sie einige Zeit frei schwimmend im Plankton, bis ihr Gehäuse 2 mm erreicht und sie sich am Boden ansiedeln. Ab einer Gehäuselänge von 9 – 10 mm werden die Jungschnecken geschlechtsreif, allerdings sterben viele von ihnen nach dem ersten Fortpflanzungszyklus.
Jahreszyklus
Laichzeit: April / Mai bis August Die Laichzeit der Schnecken reicht von April oder Mai bis August.
Hätten Sie gedacht, dass...
... dass man sie im Aquarium mit einer Möhre oder Fischfutter in einem Glas mit perforiertem Deckel fangen kann?
Klassifikation Schnecken
Drechselschnecke in der WoRMS-Datenbank
Quellen
http://www.schnecken-und-muscheln.de/galerie/galerie_acteonidae.htm http://eol.org/pages/453685/details
Steckbriefbild:
Drechselschnecke

Bildinformationen: Drechselschnecke

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
Lizenzhinweis Copyrighted Material; the copyright remains with the author (not this web publication)
Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
… dass die hübschen Schnecken sich in Aquarien mitunter massenhaft vermehren?