Engelwurz (Angelica archangelica litoralis)

EN: Beach angelica NL: Grote engelwortel DK: Strand-kvan
Kurzbeschreibung Mannshoher Doldenblütler, grüne Kugelköpfe
Fundhäufigkeit 28 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Europa, Tschechien bis Nordkap, Wattenmeer und Ostseeküste Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst Nord- und Mitteleuropa, Nordasien und Südgrönland. Die Küstenform kommt nur in Europa vom Nordkap bis nach Mitteleuropa vor, selten auch im Binnenland. An der östlichen Nordseeküste sowie an allen Ostseeküsten ist sie recht großflächig vorhanden.
Status
heimisch
Klimaanspruch
wohl wenig empfindlich Die Art ist vermutlich gegen Temperaturänderungen wenig empfindlich
Größe und Alter
bis zu 3 m Trotz ihrer Größe wird die Engelwurz meist nur zwei Jahre alt.
Aussehen Mit bis zu 3 Meter Höhe ist diese Staude mit keiner anderen Pflanze in den Röhrichten der Küsten und Flussmündungen zu verwechseln. Die Blütendolden der Engelwurz sind weißlich-grün, kugelig geformt und 10 - 15 cm groß. Die Blüten duften honigsüß. Ihre in Bodennähe bis zu armdicken Stiele sind glatt, mit einer matten Wachsschicht überzogen und ebenso wie die Blattstiele rund und hohl. Engelwurzblätter sind bis 80 cm lang und zwei- bis dreifach gefiedert. Die Ränder der Teilblättchen sind gesägt, ihre Unterseite ist unbehaart; nur die Doldenstiele tragen am Ende feinen Flaum. Der namensgebende Wurzelstock ist einfach rübenförmig oder verzweigt und kann einen halben Meter lang werden. Noch stärker als die restliche Pflanze duftet und schmeckt er aromatisch.
Jahreszyklus Im ersten, manchmal bis 3. Jahr bildet sie ihre großen Blätter, die Kraft für den Wurzelstock sammeln. Dieser ist im Herbst energie- und wirkstoffreich und kann dann gesammelt werden. Sonst kommt die Pflanze im Juli bis August des Folgejahres zur Blüte.
Nutzung
Pharmazie, Kräuterheilkunde Die Pflanze wirkt blutreinigend, krampflösend, harntreibend und magenstärkend, aufgrund dieser positiven, engelsgleichen Wirkung kam die Pflanze zu ihrem Namen, dies drückt sich auch im Englischen (Holy Ghost), Französischen (Angélique officinale) und Niederländischen aus (Grote Engelwortel). Engelwurz enthält bis zu 1% ätherische Öle sowie zusätzlich Bitterstoffe, Harze und organische Säuren, die je nach Dosis heilkräftig oder giftig sind. In Lappland werden Engelwurzstiele als Frischgemüse roh geknuspert, wohingegen sie bei uns in Zuckerwasser weich gekocht, als magenstärkende Leckerei genossen werden. Weiterhin wird das Mehl der Wurzel zum aromatisieren von Speisen verwendet, es gibt Engelwurz-Honig und Angelica-Likör.
Hätten Sie gedacht, dass...
... die Art im Mittelalter gegen Pest helfen sollte?
  • ... die Pflanze bis zu 1 % ätherische Öle sowie zusätzlich Bitterstoffe, Harze und organische Säuren enthält, die je nach Dosis heilkräftig oder giftig sind?
  • ... das Engelwurz-Öl auf der Haut verrieben durchblutungsfördernd wirkt, aber bei Belichtung auch fototoxisch (hautschädigend) wirken kann?
  • ... Engelwurzstiele in Lappland als Frischgemüse roh geknuspert werden, während bei uns in Zucker weichgekochte Engelwurz-Stängel als magenstärkende Leckerei genossen wurden?
  • ... Mehl aus der Wurzel zum Aromatisieren von Brot, Soßen, Marmeladen und Tees nutzbar ist?
  • ... 1 ha Engelwurz pro Sommer 60 - 300 kg Honig liefern kann?
  • ... Angelikawurzel mit Nelken, Zimt, Kardamom und Zucker in etwas „Mittelprozentigem“ den leckeren Angelica- oder Benediktiner-Likör ergibt?
ähnliche Arten An Waldrändern wächst die kleinere Wald-Engelwurz mit ähnlichen Eigenschaften.
Klassifikation Doldenblütlerartige
Steckbriefbild:
Engelwurz

Bildinformationen: Engelwurz

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
Lizenzhinweis Copyrighted Material; the copyright remains with the author (not this web publication)
Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
... die engelsgleiche Wirkung der Pflanze, die auch im wissenschaftlichen, englischen, französischen & niederländischen Namen auftaucht, auf der blutreinigenden, harntreibenden, krampflösenden und magenstärkenden Wirkung der Pflanze beruht?