Knotentang (Ascophyllum nodosum)

EN: Knotted Wrack, Rockweed NL: Knotswier DK: Buletang
Kurzbeschreibung Einzelne große Gasblasen in der Mitte des ledrigen Stängels
Fundhäufigkeit 87 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordatlantik, Spanien bis Spitzbergen, Nordsee und Kattegat Sehr verbreitet in den Küstengewässern des West- und Ost-Atlantiks. In Europa von Nordspanien über Großbritannien bis Island und Grönland, auch im Kattegat, nicht in der Ostsee. Im Wattenmeer oft angetriebene Exemplare aus dem Ärmelkanal und von der britischen Küste, aber lokale Vorkommen auch in Häfen (Texel, Borkum) und auf Helgoland.
Status
heimisch Als Fucus nodosus wurde die Art erstmalig von Carl von Linné beschrieben, 1863 dann als Ascophyllum nodosus von Le Jolis. Als in Deutschland (auf Helgoland) vorkommende Art wurde sie 1930 von Damman erwähnt.
Klimaanspruch
wohl wenig empfindlich bevorzugt Wassertemperaturen von 11 - 12 °C
Größe und Alter
kann Längen von bis zu 180 cm erreichen und bis zu 15 Jahre alt werden, die einzelnen Gasblasen werden bis zu 5 cm lang. A. nodosum kann bis zu 180 cm Länge erreichen und 15 Jahre alt werden, damit ist er eine unserer langlebigsten Algen, wächst dafür aber umso langsamer. Im ersten Jahr wurde ein Wachstum von 0,2 cm/pro Jahr festgestellt, im zweiten dann immerhin 1,5 cm/pro Jahr. Im dritten Jahr bildet A. nodosum die erste Schwimmblase, danach jährlich eine weitere. An der Anzahl der Blasen lässt sich also auf das Alter der Pflanze rückschließen. Die Gasblasen können bis zu 5 cm lang werden und sind so dickwandig, dass sie frisch und in getrocknetem Zustand kaum zu zerdrücken sind.
Aussehen
Keine Mittelrippe, dicke Gasblasen im „Stiel“ Derbe Braunalge von olivgrüner bis olivbrauner Färbung, nach längerem Herumliegen im Spülgut schwarzbraun bis schwarz. Die Stengel sind 10 - 15 cm breit, ohne Mittelrippe, etwa alle 5 - 10 cm sitzt eine einzelne (!), große, gasgefüllte Schwimmblase (im Gegensatz zum Blasentang, dessen Blasen paarig beiderseits der Mittelrippe angeordnet sind). Er hat sozusagen Knoten im Stengel, daher der Name. Die Algenkörper (Thalli) sind unregelmäßig gabelig verzweigt, etwas abgeflacht und mit kurzen Seitenzweigen, die im Frühjahr graugrüne bis orangegelbe, blasig-keulige Fruchtkörper (Receptacula) tragen.
Nahrung
assimiliert Mineralsalze und Spurenelemente aus dem Wasser, benötigt Licht für Photosynthese Da Algen keine Wurzeln besitzen, assimilieren sie Mineralsalze und Spurenelemente aus dem Wasser über ein Konzentrationsgefälle direkt in das Innere. Durch diesen osmotischen Prozess „ernähren“ sich die Algen. Außerdem betreiben sie zur Energiegewinnung Photosynthese und produzieren dabei Sauerstoff, sie benötigen für ihr Wachstum also auch ausreichend Licht.
Feinde
parasitäre Rotalgen, Schnecken Die Tange werden besonders von der halbparasitären Aufsitzerpflanze Polysiphonia lanosa befallen. Obwohl sie selbst Photosynthese betreiben kann, entzieht die Rotalge dem Knotentang über ihr Haftorgan (Rhizoid) Nährstoffe. Napfschnecken der Gattung Patella fressen die Thalli des Knotentangs und können seine Bestände erheblich dezimieren.
Fortpflanzung Der Knotentang ist getrenntgeschlechtlich, es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Diese sind äußerlich aber nicht zu unterscheiden. Der Knotentang wirft nach der Fortpflanzungsperiode im Juni alle Fruchtkörper ab und bildet sie ab August für das nächste Jahr wieder neu.
Jahreszyklus
Fortpflanzungszeit: April - Juni Fortpflanzung während April - Juni, Hauptwachstum im späten Frühling und Sommer, kommt besonders im November und Dezember zum erliegen.
Nutzung
Biotechnologie, Pharma- und Lebensmittelindustrie Extrakte des Knotentanges finden in Schönheits- und Hautcremes gegen Zellulitis und ähnliche Leiden Verwendung. Außerdem finden Bestandteile des Tanges in der Lebensmittelindustrie und Biotechnologie Anwendung.
Hätten Sie gedacht, dass...
... die Gasblasen bis zu 5 cm lang werden und so dickwandig sind, dass sie frisch und auch nach dem Trocknen kaum zu zerdrücken sind?
  • ... es wahrscheinlich an ungünstigen Standorten eine Kümmerform des Knotentangs gibt, die bloß
  • ... Extrakte des Knotentangs in Schönheits- und Hautcremes gegen Zellulitis und ähnliche Leiden Verwendung finden?
  • ... dass dem Knotentang ein Pilz hilft? Neben der Aufsitzerpflanze Polysiphonia lanosa, wird der Knotentang noch von dem Pilz Mycosphaerella ascophylli heimgesucht, der mit A. nodosum allerdings in gegenseitiger Symbiose steht. Befallene Tange werden länger und breiter, außerdem scheint der Pilz die Pflanze vor Austrocknung zu schützen.
  • ... dass der Knotentang nur deshalb braun ist, weil seine grünen Pigmente (Chlorophyll) von den Fucoxanthin-Pigmenten überdeckt werden? Diese finden sich in den Chloroplasten der Braunalge und tragen im Wesentlichen dazu bei, Licht zu absorbieren, ein bedeutender Baustein in der Photosynthese.
ähnliche Arten Der Knotentang ist der einzige Tang innerhalb der Gattung Ascophyllum, aber eng verwandt mit dem Blasentang. Von diesem ist er aber leicht zu unterscheiden, da dessen Blasen paarig entlang einer Mittelrippe angeordnet sind. Der Knotentang bildet größere und einzelstehende (!) Blasen. An ungünstigen Standorten gibt es, ähnlich wie beim Blasentang, wahrscheinlich eine Kümmerform, die nur 4 cm hoch wird und keine Blasen bildet.
Klassifikation Blasentangartige
Knotentang in der WoRMS-Datenbank
Quellen Schutzstation Wattenmeer: Knotentang, Pflanze des Monats, November, 1998. http://www.marlin.ac.uk/biotic/browse.php?sp=4206 http://eol.org/pages/902587/details
Steckbriefbild:
Knotentang

Bildinformationen: Knotentang

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
Lizenzhinweis Copyrighted Material; the copyright remains with the author (not this web publication)
Lizenz cc-by-nc 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
... der wissenschaftliche Name des Knotentangs übersetzt „knotiges Schlauchblatt“ heißt, was aber nicht ganz zutrifft, weil der Stängel nicht schlauchförmig ist?