Flacher Federtang (Bryopsis plumosa)

EN: Mossy Feather Weed, Hen Pen NL: Regelmatig vederwier DK: Grønfjer
Kurzbeschreibung Zart gefiederte Grünalge, flach verzweigt
Fundhäufigkeit 3 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Weltweit, Kanaren bis Island, Nordsee und Kattegat Weltweit verbreitet in kühl-gemäßigten bis tropischen Gewässern. Viele Funde in Großbritannien, Wattenmeer und Kattegat, aber auch West-Atlantik von Neufundland bis Karibik, Südafrika, Indischer Ozean, Zentralpazifik, Australien, Kalifornien, Feuerland.
Status
heimisch Bryopsis plumosa und -hypnoides kommen weltweit vor, sind aber beide auch in unseren Breiten heimisch. Die Gattung wurde 1809 von J.V. Lamouroux ins Leben gerufen.
Klimaanspruch
kälteliebende Art Die Fadenalgen unserer Breiten bevorzugen niedrige Wassertemperaturen um die 12 °C und eine Salinität von ca. 35 psu.
Größe und Alter
Länge: 5 – 10 cm Die filigranen Pflanzen können 5 bis 10 cm hoch werden.
Aussehen
Zart gefiederte hellgrüne Alge Die aufrechten, einfach oder mehrfach verzweigten Wedel der Fadenalgen entspringen wurzelartigen, liegenden, verzweigten Haftorganen (Rhizoid). Die filigranen Pflanzen können 5 bis 10 cm hoch werden, ihre fadenartigen „Zweige“ (Thalli) sind röhrenförmig. Häufig erinnern die weichen Algen in ihrem Habitus an kleine Farne, sie zeigen leuchtend hellgrüne bis oliv-grüne Farbtöne. In der Nordsee gibt es vornehmlich zwei Arten: B. hypnoides (Variously Branched Feather Weed) und B. plumosa (Evenly Branched Mossy Feather Weed), bei Letzterer sind die Zweige in zwei Reihen, regelmäßig auf beiden Seiten der Hauptachse angeordnet (distich), bei B. hypnoides sind die Thalli dagegen spiralig und ungeordet (dispers).
Nahrung
betreibt Photosynthese Da Algen keine Wurzeln besitzen, assimilieren sie Mineralsalze und Spurenelemente aus dem Wasser über ein Konzentrationsgefälle direkt in das Innere. Durch diesen osmotischen Prozess „ernähren“ sich die Algen. Außerdem betreiben sie zur Energiegewinnung Photosynthese und produzieren dabei Sauerstoff, sie benötigen für ihr Wachstum also auch ausreichend Licht. Um Photosynthese betreiben zu können besitzen Grünalgen Chlorophyll a und b, und erhalten so auch ihre schöne grüne Farbe.
Feinde
Seehasen Seehasen fressen wohl sehr gern an Bryopsis-Rasen.
Fortpflanzung
geschlechtliche sowie ungeschlechtliche Fortpflanzung sind möglich Fadenalgen können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich vermehren: werden die federartigen Zweige abgerissen, verdriftet und bleiben an geeignetem Substrat haften, können sie zu neuenPflanzen heranwachsen. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist etwas komplizierter: die Fiederästchen, die von der Hauptachse abgehen, schnüren sich teilweise von dieser ab und bilden Geschlechtszellen (Gametangien). Die meisten Bryopsis-Arten sind diözisch, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. In den Gametangien entstehen zahlreiche Ei- und Samenzellen, sie werden durch ein rundes Loch aus den Gametangien ins Wasser entlassen, wo es zur Befruchtung kommt. Nach dem Entschlüpfen der Keimzellen (Gameten) fallen die leeren Gametangienhüllen ab. Die befruchteten Eizellen (Zygoten) sinken auf den Grund und beginnen zu keimen. Die einfachen Keimschläuche kriechen auf dem Substrat umher, verzweigen sich und senden junge Pflanzen empor, so wachsen neue Algen heran.
Klassifikation Federtangartige
Flacher Federtang in der WoRMS-Datenbank
Quellen
Bunker et al (2010): Seasearch Guide to Seaweeds http://www.algaebase.org
Steckbriefbild:
Flacher Federtang

Bildinformationen: Flacher Federtang

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
… dass Fadenalgen für Aquarienbesitzer zum echten Alptraum werden können? Einmal angesiedelt wird man sie kaum wieder los, sie wuchern einfach so vor sich hin. Bewährtes Gegenmittel sollen angeblich Seehasen sein, die die Algen ruck zuck wegknabbern.