Fünfbärtlige Seequappe (Ciliata mustela)

EN: Fivebearded rockling NL: Vijfdradige meun DK: Havkvabbe
Kurzbeschreibung Nachtaktiver quirliger Dorschfisch mit fünf Tastfäden
Fundhäufigkeit 11 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Europa, Portugal bis Nordkap, Nordsee und Kattegat Europas Küsten von Portugal bis zum Nordkap, nicht im Mittelmeer. Im Wattenmeer und Kattegat überall, ein Fund auch in der mittleren Ostsee, sonst dort wohl fehlend.
Status
heimisch
Klimaanspruch
wärmeliebende Art Die Art wird durch Erwärmung der Nordsee gefördert (GENNER et al 2004)
Größe und Alter Sie werden wohl nicht älter als 3 - 5 Jahre.
Aussehen
5 Bartfäden, Färbung goldbraun Zu dieser Fischfamilie der Dorschartigen gehören kleinere Arten von oft nur 15 - 30 cm Länge mit schlankem, schlangenartig beweglichem Körper. Der Körper ist etwas rundlicher und kann bei voll gefressenen Exemplaren und trächtigen Weibchen recht kugelig werden. Sowohl die Rückenflosse auf der Oberseite, als auch die Afterflosse an der Unterseite laufen als langer Saum nach hinten, fast bis zur Schwanzflosse. Bei der Fünfbärteligen Seequappe ist der vordere Abschnitt der Rückenflosse ganz zart, in eine Furche versenkt und ständig in fächelnder Bewegung. Die vordere der Rückenflossen ist mit eigenartigen Flimmerborsten besetzt. Die Färbung der Fünfbärteligen Seequappe ist meist oben dunkelbraun, unten heller braun und mit Goldglanz. Maserungen sind seltener, was die Art auf den ersten Blick von der Aalmutter unterscheidet. Auch durch ihre Lebhaftigkeit bei Gefahr ist die Art recht auffällig - und schwer zu fangen. Die Jungfische der Seequappe haben lange Flossen und wurden daher zunächst für eine eigene Fischgattung gehalten.
Lebensweise Als Bewohner auf sandig-steinigem Grund ist die Seequappe territorial und entfernt sich nicht weit von ihrem Versteck. Gerne ruht sie tagsüber in ihrer Höhle, um bei Dunkelheit auf die Jagd zu gehen. Mehrere Exemplare können sich ein Versteck teilen. Die Art benötigt viel Sauerstoff.
Nahrung Die Nahrung besteht aus Garnelen und anderen Kleinkrebsen, aber auch aus Grundeln und Würmern.
Hätten Sie gedacht, dass...
... die Jungfische der Seequappe aufgrund langer Flossen und der frei schwimmenden Lebensweise zunächst für eine eigene Fischgattung gehalten und 1856 Couchia genannt wurden?
  • ... die Eier der Seequappe Öltröpfchen enthalten, damit sie im freien Wasser schwimmen können?
  • ... die Art viel Sauerstoff im Wasser benötigt?
  • ... Angler an der Küste gelegentlich Seequappen fangen, die allerdings nicht gegessen werden?
  • ... in Schleswig-Holstein in den Wattprielen 15 - 25 Fünfbärtelige Seequappen pro Hektar wohnen?
  • ... die eigenartigen Flimmerbosten ihrer vorderen Rückenflosse der Fünfbärteligen Seequappe als feines Strömungsmessgerät dienen?
  • ... vor der deutschen Küste ganz selten auch die Dreibärtelige oder Mittelmeer-Seequappe auftritt?
  • ... der einzige Dorschfisch, der im Süßwasser lebt, ebenfalls zur Familie der Quappen gehört, nämlich die bis 150 cm lange Süßwasserquappe?
ähnliche Arten Wer auf seinem Lebensweg einer Seequappe begegnet, sollte ihr gerade in's Gesicht sehen und ihre Bartfäden zählen. Sind es fünf, ist es die Fünfbärtelige Seequappe. Sind es vier, ist es die Vierbärtelige Seequappe. Und sind es drei, ist es ... - genau! Allerdings tritt die Dreibärtelige Seequappe oder auch Mittelmeer-Seequappe nur sehr selten vor der deutschen Küste auf.
Klassifikation Dorschartige
Fünfbärtlige Seequappe in der WoRMS-Datenbank
Steckbriefbild:

Bildinformationen: Fünfbärtlige Seequappe

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-nc 3.0
   
Hätten Sie gedacht, dass....
... dass der wissenschaftliche Artname übersetzt „wieselflinke Wimpernträgerin“ bedeutet, also auf die Barteln und das geschickte Fluchtverhalten hinweist?