Stacheltang (Desmarestia aculeata)

EN: Desmarest's Prickly Weed NL: Stekelwier DK: Almindelig kællingehår
Kurzbeschreibung Buschige Braunalge, schmal, lang, flach und sägezackig
Fundhäufigkeit 14 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordhalbkugel, Spanien bis Grönland, Kattegat, Helgoland Auf der Nordhalbkugel weit verbreitet: von Grönland und Island über Norwegenund Großbritannien bis Spanien.Viel im Kattegat, stellenweise in der Nordsee, vor allem bei Helgoland. Im westlichen Nordatlantik von Alaska bis nach New Hampshire, außerdem im Nordostpazifik in Kanada und Alaska.
Status
heimisch Die Art wurde zuerst als Fucus aculeatus durch Carl von Linné 1753 beschrieben. Durch J.V. Lamouroux wurde sie 1813 in die Gattung Desmarestia gestellt, er soll auch der Erste gewesen sein, der zwischen Rot-, Grün- und Braunalgen unterschied.
Klimaanspruch
kälteliebende Art Benötigt niedrige Wassertemperaturen von ca. 12 °C.
Größe und Alter
Länge: 30 - 100 cm Junge Pflanzen sind hellgrün und zart, wohingegen ältere Exemplare immer derber, knorpeliger und dunkelbrauner werden.
Aussehen
Gezähnte Ränder, fest, keine Blasen Eine dunkel- oder goldbraune Alge mit 30 - 100 cm langen „Wedeln“ (Thalli), die unregelmäßig verzweigt sind. Die Thalli sind mit kleinen, regelmäßig, wechselständigen „Nadeln“ bewachsen. An der Basis sind sie rundlich, an den Enden nadelig, dornig, spitz und etwa 1 - 2 mm breit und 2 - 4 mm lang. Der Tang hält sich mittels eines knolligen Haftorgans (Rhizoid) an felsigem, steinigem Boden fest. Im Februar hat es den Anschein als würden überall auf der Pflanze kleine Haare wachsen, genauer betrachtet lässt sich erkennen, dass es Reihen aus verzweigten, ästigen, büscheligen, haarähnlichen Fäden sind. Diese haarähnlichen Büschel fallen im Spätsommer ab, danach hat der Tang ein ganz anderes, eher gezacktes Aussehen, da nur noch die nadelspitzen, dornartigen Seitenzweige zu sehen sind.
Nahrung
betreibt Photosynthese Da Algen keine Wurzeln besitzen, assimilieren sie Mineralsalze und Spurenelemente aus dem Wasser über ein Konzentrationsgefälle direkt in das Innere. Durch diesen osmotischen Prozess „ernähren“ sich die Algen. Außerdem betreiben sie zur Energiegewinnung Photosynthese und produzieren dabei Sauerstoff, sie benötigen für ihr Wachstum also auch ausreichend Licht.
Feinde
Seeigel Seeigel sind in der Lage ganze Braunalgenbestände zu vernichten. Der Stacheltang setzt sich allerdings zur Wehr: er kann große Mengen an freier Schwefelsäure speichern, in so so konzentrierter Form, dass dadurch die Zähne der Seeigel (Strongylocentrotus franciscanus) zerfressen werden. Das hält übrigens auch die meisten anderen Fressfeinde ab.
Jahreszyklus
Fortpflanzungszeit: Sommer / Herbst bis Februar Im Sommer und Herbst werden die Tange geschlechtsreif und bilden Sori, ebenfalls im Sommer fallen die haarähnlichen Büschel ab.
ähnliche Arten Am ehesten werden die Wachstumsstadien des Stacheltanges verwechselt und für zwei unterschiedliche Arten gehalten, da sie auf den ersten Blick wirklich komplett verschieden erscheinen; vom Spätsommer bis in den Winter: nadelig, dornig, verästelt; ab Februar bis in den Sommer hinein: haarig, büschelig
Klassifikation Stacheltangartige
Stacheltang in der WoRMS-Datenbank
Quellen Francis StP. D. Bunker, Juliet A. Brodie, Christine A. Maggs and Anne R. Bunker: seasearch Guide to Seaweeds of Britain and Ireland, Marine Conservation Society, UK 2010, ISBN 978-0-948150-51-7. http://eol.org/pages/894013/details http://www.algaebase.org/search/species/detail/?species... http://www.vattenkikaren.gu.se/fakta/arter/algae/phaeop...
Steckbriefbild:

Bildinformationen: Stacheltang

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder  
Hätten Sie gedacht, dass....
... dass der Stacheltang große Mengen an freier Schwefelsäure speichern kann, mit denen er sich gegen Fressfeinde zur Wehr setzt? Allerdings greift die Schwefelsäure auch andere Algen an, deshalb immer getrennt aufbewahren, wenn man ein Algen-Herbarium anlegen möchte!