Kotpillenwurm (Heteromastus filiformis)

EN: Red thread worm NL: Rode draadworm DK: Mørk elastikorm
Kurzbeschreibung Roter Gummibandwurm im schwarzen Wattboden
Teilsteckbriefe Kothaufen Kotpillenwurm
Eigelege des Kotpillenwurms
Fundhäufigkeit 8 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Weltweit, Mittelmeer bis Spitzbergen, Wattenmeer, westliche Ostsee Weltweit in Küstengewässern aller Klimazonen sehr weit verbreitet mit Schwerpunkten in Mitteleuropa und an der Ostküste Amerikas. Stellenweise im Schwarzen und Mittelmeer, überall in Nordsee und Kattegat bis zur westliche Ostsee. Außerdem im Nordpolarmeer, in Brasilien, Indien, Australien, den Philippinen und an der Pazifikküste Nordamerikas von Kalifornien bis Nordalaska.
Status
heimisch
Klimaanspruch
wohl wenig empfindlich Die Art ist vermutlich gegen Temperaturänderungen wenig empfindlich
Aussehen
Runder Querschnitt, Stülpmaul, dunkelrot, langdünn Wer im Wattboden gräbt, stößt schnell auf fadendünne, oft rot gefärbte Würmer. Sie sind zwischen 5 und 10 cm lang und sehr dehnbar, was ihnen den scherzhaften Namen „Gummibandwürmer“ eingetragen hat. Der im Schlick wohnende Kotpillenwurm (Heteromastus) und der weit verbreitete Kiemenringelwurm (Scoloplos) sind die beiden häufigsten Arten dieser Gruppe. Sie sind allerdings für Laien kaum unterscheidbar und erscheinen nie freiwillig an der Bodenoberfläche. Was jedoch sehr wohl oberflächlich zu entdecken ist, sind nun im April die verschiedenen Eiballen der kleinen Würmer. Das Wurmweibchen produziert bei der Paarung eine ca. 1 cm große tropfenförmige Gallerthülle, in der es bis zu 10.000 mikroskopisch kleine Eier einschließt. Mit der Lupe sind die Eischnüre zu erkennen. Fast überall auf dem Wattboden sind diese Laichbällchen derzeit anzutreffen, manchmal über 200 pro Quadratmeter. Wenn man eine Gallertkugel hochhebt, wird der mit Sandkörnern beklebte Ankerfaden sichtbar, der den Eikokon an seinem Ort hält.
Hätten Sie gedacht, dass...
... das rote Hämoglobin der Borstenwürmer den Sauerstoff sehr viel besser bindet, als unser Blutfarbstoff es tut?
  • ... die Würmchen durchaus drei Jahre alt werden können, wobei ältere Weibchen mehr Eier in ihren Kokons ablegen?
  • ... aus jedem der Eier in der Gallertkugel nach etwa 3 Wochen eine winzige Wurmlarve schlüpft, die sich von der Strömung davontragen läßt?
  • ... von den erwachsenen Würmern mitunter mehrere Tausend pro Quadratmeter anzutreffen sind?
  • ... die Würmer innerhalb einer Art meist genau zeitgleich laichen, ohne dass bekannt ist, wie sie sich „absprechen“?
Klassifikation Borstenwürmer
Kotpillenwurm in der WoRMS-Datenbank
Steckbriefbild:
Kotpillenwurm

Bildinformationen: Kotpillenwurm

Autoren Fredrik Pleijel
Lizenzbesitzer mugga.se
Lizenzhinweis Copyrighted Material; the copyright remains with the author (not this web publication)
Lizenz cc-by-sa 3.0
Hätten Sie gedacht, dass....
... der Kotpillenwurm scherzhaft oft „Gummibandwurm“ genannt wird, weil er dehnbar und rot ist?