Flache Grübchenschnecke (Lacuna pallidula)

EN: Pallid chink shell NL: Bleke scheefhoorn DK: Lavspiret grubesnegl
Kurzbeschreibung Felswattschnecke mit stark erweiterter Öffnung
Fundhäufigkeit noch keine Funde dieser Art , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordsee, Atlantik Lacuna pallidula ist im gesamten Nordostatlantik von Nord-Norwegen bis in den Ärmelkanal verbreitet, außerdem an den atlantischen Küsten Frankreichs. Besonders häufig ist die Flache Grübchenschnecke an den rauen britischen und irischen Küsten, dort wo es große Seegras- oder Seetangbestände gibt.
Status
heimisch
Klimaanspruch
kälteliebende Art Die Flache Grübchenschnecke bevorzugt Temperaturen unterhalb 11 °C, sie kommt in kalten oder gemäßigten Gewässern vor.
Größe und Alter
Gehäuse Weibchen: 12 x 6 mm; Männchen: 6 x 3 mm Die Gehäuse der Weibchen (12 mm lang, 6 mm breit) werden ungefähr doppelt (!) so groß wie die der Männchen (6 mm lang, 3 mm breit). Die Schnecken werden nicht älter als ein Jahr.
Aussehen
Kleines, kugeliges Gehäuse mit großer Öffnung; tiefer, länglicher Nabel; gelb- bis olivgrün Im Gegensatz zu anderen Strandschnecken-Arten sind die Gehäuse der Flachen Grübchenschnecke sehr viel kugeliger und winden sich nicht kegelig, spitz, wie eine Spritztüte nach Oben. Sie bestehen aus drei bis vier rasch größer werdenden Windungen, von denen die Letzte einen Großteil des eigentlichen Schneckenhauses ausmacht. Dort wo zwei Umgänge aufeinander treffen befindet sich eine tiefe „Naht“, die Sutur. Die Gehäuse weiblicher Schnecken werden deutlich länger (bis 12 mm) und breiter (6 mm), als die der Männchen, die ungefähr nur halb so groß werden. Die Höhe der Häuschen entspricht meist dem Durchmesser der Gehäuseöffnung oder -mündung. An der inneren Seite dieser Mündung befindet sich eine tiefe, zapfenförmige „Kerbe“: der Nabel oder Umbilicus. Dabei handelt es sich um den „Eingang“ zur Hohlspindel, also der Achse um die sich das Gehäuse windet. Der Umbilicus mündet in eine breite Rinne, die bis an die Unterseite der Öffnung reicht. Von dort verläuft sie abgeflacht als Band weiter an der Öffnung entlang und endet schließlich oberhalb des Umbilicus auf der über der Mündung verlaufenden Windung (dadurch ist keine Parietalis zu erkennen). Die Oberfläche der Gehäuse ist glatt, aber jede Windung weist feine Wachstumslinien auf, die vorangegangene Positionen des äußeren Gehäusesaums darstellen. Die Gehäuseschalen sind dünn, farblich können sie recht stark variieren: von gelbgrün über olivgrün bis zu Brauntönen. In ihrer Körperform gleichen die lebenden Tiere der Gebänderten Grübchenschnecke (Lacuna vincta): sie besitzen ebenfalls ein langes, breites „Schnäuzchen“ und tragen auf dem Kopf zwei schmale Fühler mit jeweils einem Auge an der Basis. Der längliche Fuß besitzt einen doppelten Saum und zwei kurze, flache Tentakel. Diese entspringen ungefähr in der Mitte des Fußes und ragen unter dem Operculum hervor. Das Operculum ist eine Art Türchen aus Horn, mit der die Schnecken ihr Gehäuse hinter sich verschließen können.
Nahrung
Detritus, Plankton, Sporen und Keimlinge Wie andere Strandschnecken auch, ist die Flache Grübchenschnecke ein Pflanzenfresser und ernährt sich von mikroskopisch kleinen Algen (Plankton, Detritus) und den Sporen oder Keimlingen von Großalgen (Fucus serratus).
Feinde
Krabben, Seesterne und Vögel Mögliche Fraßfeinde der Flachen Grübchenschnecke sind Fische, Seesterne und die verschiedensten Vogelarten.
Fortpflanzung
getrenntgeschlechtlich, kein planktisches Larvenstadium Bei der Flachen Grübchenschnecke gibt es männliche und weibliche Schnecken (Hermaphroditismus), die sich im Gegensatz zur Gebänderten Grübchenschnecke (Lacuna vincta) auch äußerlich voneinander unterscheiden lassen: die Weibchen werden nämlich ungefähr doppelt so groß wie die Männchen! Die Schnecken legen ihre Eier auf den Wedeln von Großalgen ab, besonders auf Sägetang (Fucus serratus), von dem sie sich auch ernähren. Aus den gallertartigen Eiern schlüpfen winzige Jungschnecken, die schon voll entwickelt sind und sich bald darauf auf geeignetem Substrat ansiedeln, wo sie weiter wachsen und schließlich ihre volle Größe erreichen.
Jahreszyklus
Fortpflanzung: November – April Die Fortpflanzungszeit beginnt im November und reicht bis in den April hinein, mit zwei Höhepunkten im Januar und im März. Von April bis Juli schlüpfen die voll entwickelten Jungschnecken, die sich von Juni bis Oktober auf geeignetem Substrat ansiedeln.
Klassifikation Schnecken
Flache Grübchenschnecke in der WoRMS-Datenbank
Quellen
http://species-identification.org/species.php?species_group=mollusca&id=748&menuentry=soorten http://www.marinespecies.org/aphia.php?p=taxdetails&id=140168
Steckbriefbild:
Flache Grübchenschnecke

Bildinformationen: Flache Grübchenschnecke

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Hätten Sie gedacht, dass....
… dass der wissenschaftliche Artname übersetzt soviel wie „Bleiches Grübchen“ bedeutet?