Gewöhnlicher Schlangenstern (Ophiura ophiura)

EN: Serpent's table brittlestar NL: Gewone slangster DK: Stor slangestjerne
Kurzbeschreibung Größter heimischer Schlangenstern
Fundhäufigkeit 129 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordsee, Atlantik Nach Sturmfluten wird der Zuckertang oft in größeren Mengen losgerissen, verdriftet und an Stränden angespült. Verbreitet entlang der atlantischen Küsten, von Norwegen, über Irland, bis nach Spanien und Portugal, auch in Nordamerika (Alaska). Vorkommend in der Nordsee (Helgoland), selten in der westlichen Ostsee, im Mittelmeer fehlend.
Status
heimisch
Klimaanspruch
nicht bekannt
Aussehen
Groß, Armstacheln anlegbar, Armbasis unten mit Porenreihe Charakteristisch für Schlangensterne ist ihr scheibenförmiger Körper mit fünf dünnen, lebhaft beweglichen Armen. Es sieht sehr amüsant aus, wenn ein Schlangenstern eilig über den Meeresboden „robbt“. Der Gewöhnliche Schlangenstern ist mit bis zu 3 cm Scheibendurchmesser und einem Gesamtdurchmesser bis 12 cm eine mittelgroße Art. Seine Oberseite ist bräunlich, mitunter mit Flecken, die Unterseite weiß. Die für Stachelhäuter zypische Kalkplättchen in der Haut umschließen die Arme in Längsstreifen und sind dort mit Gelenken verbunden, wie ein Panzer oder eine Schlangenhaut. An der Körperscheibe sitzen stützende Kalkplättchen vor allem am Armansatz und unterseits rund um die Mundöffnung.
Lebensweise Die Tiere sind tagsüber oft bis auf die Armspitzen im Boden vergraben, vermutlich als Schutz gegen Fressfeinde. Nachts kriechen sie langsam auf dem Meeresgrund umher.
Nahrung Sie fressen abgestorbene Reste von Tieren und Pflanzen, bei Gelegenheit auch Aas und Kleinsttiere. An den Armunterseiten haben Schlangensterne kleine Saugfüße, womit sie Futterpartikel wie am Fließband Richtung Mund „durchreichen“.
Feinde Verlieren sie selbst einen oder mehrere Arme an Fressfeinde, können sie diese innerhalb weniger Wochen vollständig nachbilden. Selbst die Oberfläche der Körperscheibe kann ersetzt werden!
Hätten Sie gedacht, dass...
... Schlangensterne mit ihren 1900 Arten weltweit die erfolgreichste Gruppe der Stachelhäuter sind, artenreicher als Seeigel, Seegurken & Seesterne?
  • ... es Schlangensterne mit vielfach verästelten Armen gibt, die „Gorgonenhäupter“, die mit dem Gewirr ihrer Arme Plankton aus dem Wasser fischen?
  • ... die größten Schlangensterne 0,5 m groß sind, während Gorgonenhäupter sogar 1,5 m erreichen?
  • ... ein Schlangenstern selbst nach dem Verlust von 4,5 Armen nicht unbedingt stirbt, sondern die fehlenden Teile nachzubilden versucht?
  • ... Schlangensterne an der Armunterseite kleine Saugfüße haben, womit sie Futterpartikel wie am Fließband Richtung Mund „durchreichen“?
  • ... ein krabbelnder Schlangenstern im „Spurt“ mehrere Meter pro Minute zurücklegen kann?
  • ... manche tropischen Schlangensterne sich vermehren, indem sie sich in der Mitte durchteilen und die jeweils fehlenden Teile nachbilden?
ähnliche Arten In der Nordsee leben 10 Arten von Schlangensternen. Häufig auf Hartgrund ist der Zerbrechliche Schlangenstern, der mit seinen stacheligen Armen Plankton fischt.
Klassifikation Schlangensterne
Gewöhnlicher Schlangenstern in der WoRMS-Datenbank
Steckbriefbild:
Gewöhnlicher Schlangenstern

Bildinformationen: Gewöhnlicher Schlangenstern

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
Lizenzhinweis Copyrighted Material; the copyright remains with the author (not this web publication)
Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
... dass der wissenschaftliche Artname unseres Gewöhnlichen Schlangensterns recht zutreffend „Schlangenschwanz mit Webmuster“ bedeutet?