Butterfisch (Pholis gunnellus)

EN: Gunnel NL: Bottervissen DK: Almindelig Tangspræl
Kurzbeschreibung Schlängeliger Wattfisch mit Tendenz zum Fingerbeißen
Fundhäufigkeit 14 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordsee, Ostsee, Atlantik Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst die Küstenregionen des Nordatlantiks von Frankreich bis Russland und in Amerika bis zum Polarkreis. In der Nordsee ist die Art bis in 40 m Tiefe überall anzutreffen, wo der Grund durch Steine oder Muscheln und Algen Versteckmöglichkeiten bietet. In der Ostsee reicht das Verbreitungsgebiet bis etwa Rügen, da weiter östlich der Salzgehalt mit weniger als 5 Promille zu niedrig ist.
Status
heimisch
Klimaanspruch
wohl wenig empfindlich Mehr als 20°C Wassertemperatur erträgt der Butterfisch nicht, daher fehlt er im Mittelmeer. Als Flachwasserart ist er recht robust gegenüber dem Trockenfallen, unter Tang kann der Fisch bis zu drei Tage ohne Wasser überdauern.
Größe und Alter Mit 10 - 25 cm Größe zählt der Butterfisch zu den kleineren Fischarten der Nordsee.
Aussehen
Schmaler Kopf, schwarze Rückenflecken, durchgehende Flossen Schlangenartig lang und seitlich abgeplattet, unter Wasser muränenähnlich, mit kleinen Brustflossen. Die Färbung des Butterfisches ist hellbraun mit senkrechten Fleckenbändern in dunklerem Braun. Die Kontraststärke, die Musterung und auch die Grundfarbe variieren von Tier zu Tier; manche Exemplare sind dunkel blaugrau. Entlang des Rückens sind stets 9 - 13 schwarze Flecken, meistens mit einem feinen weißlichen Rand. In der Balzzeit im Spätherbst verfärben sich Kopf, Brustflossen und Bauch des Männchens hübsch gelb, mitunter auch rötlich.
Lebensweise Der Butterfisch ist Einzelgänger und verlässt vor allem nachts sein Versteck, um auf die Jagd nach Kleinkrebsen, Borstenwürmchen oder Fischlaich zu gehen. Tagsüber schaut er jedoch oft aus seiner Höhle hervor.
Nahrung Er jagt vor allem nachts Kleinkrebse und Borstenwürmchen und frisst Fischlaich. Butterfische im Aquarium kann man mit kleinen Regenwürmern und Tangflohkrebsen füttern.
Feinde
Seevögel Seevögel, zum Beispiel Lummen, jagen tauchend nach den Fischen. Auch im Fang der Krabbenkutter im Watt ist der Butterfisch immer wieder vereinzelt zu finden, allerdings nur noch in kleinen Exemplaren.
Fortpflanzung Die Fortpflanzung des Butterfisches erfolgt im Winter. Das Weibchen laicht geschützt zwischen Steinen oder unter einer Muschelschale. Beide Eltern bewachen abwechselnd den Eiballen bis zum Schlupf der Jungen, indem sie sich mit dem Körper schützend darum schlängeln.
Hätten Sie gedacht, dass...
... das, was in Hafenrestaurants als „Butterfisch“ serviert wird, eine südafrikanische Makrele ist, die der Fischhandel unter diesem Namen vermarktet?
  • ... der Butterfisch als Flachwasserart recht robust gegenüber dem Trockenfallen ist und unter Tang bis zu drei Tage ohne Wasser überdauern kann?
  • ... die Art erst mit 3 Jahren geschlechtsreif wird, aber niemand weiß, wie hoch das Maximalalter ist?
  • ... man Butterfische gut im Aquarium halten und sie sogar mit kleinen Regenwürmern und Bachflohkrebsen füttern kann?
  • ... dass die Art notorisch neugierig und gefräßig ist? Im Aquarium gewöhnt sie sich schnell daran, bei Fütterungen bis zur Oberfläche zu schwimmen und in die Finger zu beißen.
  • ... der Butterfisch vom Menschen nicht genutzt wird, aber für tauchende Lummen und andere Seevögel eine passende Nahrung darstellt?
Klassifikation Barschartige
Butterfisch in der WoRMS-Datenbank
Steckbriefbild:

Bildinformationen: Butterfisch

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder  
Hätten Sie gedacht, dass....
... der Gattungsname übersetzt „Schuppe“ bedeutet, was für unseren Butterfisch irreführend ist, da seine Haut praktisch schuppenfrei und glatt ist?