Gabelzunge (Dictyota dichotoma)

EN: Forkweed NL: Gaffelwier DK: Gaffeltang
Kurzbeschreibung Braunalge, gleichmäßig gegabelt, flach, zart und dünnhäutig, an den Spitzen gekeilt und abgerundet
Fundhäufigkeit 2 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Weltweit, Azoren bis Südnorwegen, stellenweise Kattegat, Helgoland. Fast weltweit in warm-gemäßigten Gewässern: Nordafrika und Kapverden über Mittelmeer bis Südnorwegen, stellenweise im Kattegat, in der Deutschen Bucht wohl bislang nur Helgoland. Ostküste der USA bis Karibik, Südamerika, Südafrika, Rotes Meer, Indien, Philippinen, Australien, Japan, fehlt im Nordostpazifik.
Status
heimisch Erstbeschreibung durch Hudson, wurde von J.V. Lamouroux 1809 in die Gattung Dictyota gestellt.
Klimaanspruch
wärmeliebende Art Bevorzugt eher wärmere Wassertemperaturen zwischen 15 und 25°C, kommt deshalb nur selten in nördlicheren Breiten vor.
Größe und Alter
Länge: 7,5 - 30 cm; Breite: 3 - 12 mm Die Tange erreichen Längen zwischen 7,5 und 30 cm und Breiten von 3 - 12 mm. Jüngere Thalli sind an den Enden eher abgerundet und gekeilt, ältere können geschlitzt und verworren aussehen.
Aussehen
Hellbraune, flache, mehrfach gegabelte Alge Die „Wedel“ (Thalli) des Tangs sind regelmäßig, mehrfach in gleichlange Zweige gegabelt (dichotom) und flach, sie werden 7,5 bis 30 cm lang und 3 bis 12 mm breit und besitzen keine (!) Mittelrippe. Die Thalli sind zart, fast durchscheinend und dünnhäutig, sie zeigen Unterschiede in der Form, teilweise abhängig vom Standort. Die Hauptachse ist an der Basis normalerweise keilförmig, die Spitzen der Wedel sind abgerundet und gekeilt, bei älteren Thalli können sie auch eher geschlitzt aussehen. Die Tange sind hellbraun und an den Spitzen heller werdend, olivgrün.
Nahrung
betreibt Photosynthese Da Algen keine Wurzeln besitzen, assimilieren sie Mineralsalze und Spurenelemente aus dem Wasser über ein Konzentrationsgefälle direkt in das Innere. Durch diesen osmotischen Prozess „ernähren“ sich die Algen. Außerdem betreiben sie zur Energiegewinnung Photosynthese und produzieren dabei Sauerstoff, sie benötigen für ihr Wachstum also auch ausreichend Licht.
Feinde
Flohkrebse, Ringelwürmer, Meerbrassen Flohkrebse (Amphipoda) fressen an den Thalli des Gabeltangs. Um seine Feinde abzuschrecken produziert der Gabeltang Abwehrstoffe, allerdings lassen sich davon Ringelwürmer der Art Platynereis dumerilii nicht abschrecken.
Jahreszyklus
einjährig Eine einjährige Art, die nur im Sommer und Herbst wächst, damit die Population den Winter überlebt, müssen sich genügend Keimlinge angesiedelt haben, aus denen im nächsten Frühjahr die neuen Tange wachsen können.
ähnliche Arten Eine Art der gleichen Gattung (Dictyota spiralis) könnte mit dem Gabeltang verwechselt werden, allerdings sind deren Thalli spiralig gedreht, ebenfalls leicht zu verwechseln ist D. dichotoma mit dem „Netzflügeltang“ (Dictyopteris polypodioides) der allerdings eine deutliche Mittelrippe besitzt.
Klassifikation Gabeltangartige
Gabelzunge in der WoRMS-Datenbank
Quellen Francis StP. D. Bunker, Juliet A. Brodie, Christine A. Maggs and Anne R. Bunker: seasearch Guide to Seaweeds of Britain and Ireland, Marine Conservation Society, UK 2010, ISBN 978-0-948150-51-7. http://www.algaebase.org/search/species/detail/?species_id=60&sk=0&from=results http://eol.org/pages/897405/details
Steckbriefbild:
Gabelzunge

Bildinformationen: Gabelzunge

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
... dass der Gabeltang unter Wasser blau schillert? Dieses Farbspektakel wird durch den Bakterienteppich auf den Thalli hervorgerufen.