Gewöhnliche Seespinne (Hyas araneus)

EN: Toad crab NL: Gewone spinkrab DK: Sandkrabbe
Kurzbeschreibung Phlegmatische Küstenkrabbe mit Tarntalent
Teilsteckbriefe Panzer Gewöhnliche Seespinne
Bein Gewöhnliche Seespinne
Schere Gewöhnliche Seespinne
Fundhäufigkeit 20 Fundmeldungen , Verbreitungskarte
Verbreitung
Nordsee, Atlantik Von Marokko, den Kapverden und den Küsten des westlichen Mittelmeeres entlang der Westküste Europas bis Norwegen. Gesamte Nordsee und Kattegat, fehlt im östlichen Ärmelkanal, nicht in der Ostsee. WoRMS
Status
heimisch
Klimaanspruch
kälteliebende Art Kältegebundene Art, zieht sich bei Erwärmung aus der südlichen Nordsee zurück
Größe und Alter Das Maximalalter dürfte etwa 10 bis 15 Jahre betragen.
Aussehen
Körper kürzer als Beine, Zacke hinter dem Auge kurz Langbeiniger Zehnfußkrebs mit bis zu 11 cm langem, tropfenförmigem Panzer. Typisch ist - vor allem bei jüngeren Tieren - ein reicher Bewuchs aus Algen, Schwämmen und Seepocken auf der Körperoberseite. Diese Tarnung bringen die Krebse aktiv auf dem Panzer an und erneuern sie nach jeder Häutung. Dabei sind sie bemüht, sich überall mit Aufwuchs zu spicken, auch an den Körperseiten und auf den borstigen Beinen. Die Scheren der Seespinne am ersten Beinpaar sind schlank und für den Menschen ungefährlich. Tendenziell haben Männchen etwas größere Scheren und längere Beine, die Weibchen sind rundlicher und haben einen verbreiterten Schwanz zum Transport ihres Eiballens.
Lebensweise Im Aquarium sind die Tiere sehr träge und liegen oft in Merkwürdigen Stellungen tagelang „auf der Nase“. Junge Seespinnen tarnen sich gezielt und tauschen sogar unpassenden Pflanzenbewuchs aus, wenn sie in eine andersartige Umgebung kommen. Dazu können sie mit ihren Scheren quer unter dem Bauch durchgreifen, um die Körperseiten zu „bepflanzen“.
Nahrung Die Seespinne ernährt sich von verschiedensten Kleintieren, darunter Seesternen, Würmern, Schwämmen und Moostierchen, aber auch von Algen.
Hätten Sie gedacht, dass...
... die Art in friedlicher Koexistenz mit Hummern und Seeanemonen leben kann, die entweder die Seespinne nicht gerne fressen oder sie einfach nicht bemerken, weil sie so langsam ist?
  • ... junge Seespinnen sich gezielt tarnen und sogar unpassenden Panzerbewuchs austauschen, wenn sie in eine andersartige Umgebung gelangen?
  • ... sie sich mit den Scheren quer unter dem Bauch durch greifen, um die Körperseiten zu „bepflanzen“?
  • ... ein Weibchen 10–30000 Eier im Jahr produziert?
  • ... die Weibchen über Monate einen Spermavorrat aufbewahren, der notfalls auch beim Fehlen eines Männchens zur Befruchtung des nächsten Geleges ausreicht?
  • ... bei toten Seespinnen die Panzerinnenseite oft himmelblau gefärbt ist – warum auch immer?
  • ... eine japanische Seespinne der größte Krebs der Welt ist - mit bis zu 3 m Spannweite der Beine?
ähnliche Arten Verwandte Arten wie Große Seespinne (Maja squinado), Rote Seespinne (H. coarctatus) und die Gespensterkrabben (Macropodia) sind selten oder unscheinbar und werden kaum an unseren Küsten gefunden.
Klassifikation Zehnfußkrebse
Gewöhnliche Seespinne in der WoRMS-Datenbank
Steckbriefbild:
Gewöhnliche Seespinne

Bildinformationen: Gewöhnliche Seespinne

Autoren Rainer Borcherding
Lizenzbesitzer Schutzstation Wattenmeer
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Lizenz cc-by-sa 3.0
Weitere Bilder
Hätten Sie gedacht, dass....
... ein Meeresbiologe im 18. Jahrhundert die Art „Krötenkrebs“ nennen wollte, was ja durchaus zum Aussehen der Art und ihren langsamen Bewegungen passt - nur dass die goldenen Augen fehlen?